Traumwandlerisch

Herdorf. Großen Spaß bereitete den Zuschauern am 26. und 27. März 2022 im Herdorfer Hüttenhaus das von der Ballettschule des VTV Freier Grund veranstaltete Neunkirchener Tanztheater unter dem Titel „Man muss das Leben tanzen“. Serenadenmusik von Schubert zu Beginn verströmte gleich schwungvolles Vergnügen und Leichtigkeit. Während die Bewegung mit langen diagonalen oder parallelen Reihen dazu die hohen Hüpfer und weichen Landungen beim klassischen Ballett später auch bei den Ausschnitten aus Tschaikowskis „Schwanensee“ oder dem humorvollen „Funny Waltz“ von Dimitri Schostakovich im Vordergrund standen, traten beim anschließenden Modern Dance die nach außen getragenen inneren emotionalen Bewegungen aus der Musik heraus in den Vordergrund.

Bei der Begleitmusik aus „Falling“ von Trever Daniel schritten Selin Bressel und Erleta Merovci auf die Bühne, die Schöpferinnen der Choreographie waren. In „Run Boy Run“ stellten die Tänzerinnen der Ballettschule mit traurig-schöner Wucht die schwierige Zeit der Pubertät dar. Im Song „Fire on Fire“ von Sam Smith kam ein hohes Maß an ungehemmter Liebe und Leidenschaft zu Tragen. Im Schweißtreibenden „Jailhouse Rock“ ging es energiegeladen zu, indem Gefängnisinsassen eine Kapelle aufmachen und rockten, was das Zeug hält und dabei tänzerisch den ganzen Körper vom Rumpf aus in Spannung setzen und bewegten.

„Never Let Me Down“ schrieb die Geschichte einer Person, die man nicht verlieren möchte. Mit rudernden Armbewegungen und federnden bodennahen Bewegungen versuchten die Tänzer ihre innere Stimmung künstlerisch im HipHop nach außen zu kehren. Für viele Zuschauer waren die zwei Stunden traumwandlerische Momente einer Welt, die so lange nicht mehr erlebbar war.

Unter der künstlerischen Leitung von Beate Klaas, die auch zusammen mit Janine Müller die Kostüme schneiderte, assistiert von Janine Müller und Miriam Capito, sahen die Zuschauer famoses Tanzen von insgesamt 52 Darstellern.

Text und Bilder: Hellerthaler Zeitung, Rolf Henrichs